Radtke VerlagVolkhard Radtke · Bochum
Planeten und Sterne

2.1 1 Das Temperaturproblem großer Körper und Meteoriten

2.1.1 Das Temperaturproblem großer Körper und Meteoriten

Das Temperaturproblem der Entwicklung der Körper um einen Stern teilt sich in zwei Aspekte. Es ist einmal die ehemalige Temperatur der Meteoriten und zum anderen der Wärmefluss von großen Körpern in unserem Sonnensystem.

Die undifferenzierten Meteoriten, speziell die kohligen Chondrite, zeigen Kalzium-Aluminium-reiche Einflüsse (CAI´s) neben kühlen Chondren. (2.1)

Sie sind so zusammengekommen und haben sich seit ihrem Entstehen nicht mehr verändert. Zudem sind sie die ältesten Körper unseres Sonnensystems und spiegeln daher die früheste Phase der Planetenentstehung wieder. Es müssen zu Beginn der Entwicklung schon äußerst hohe Temperaturen zwischen 1500 und 1900 Kelvin geherrscht haben, die von außen gekommen sein müssen.

Die Olivinkörner im Allende-Meteoriten sprechen für eine schnelle Entwicklung in einem heißen Gas, was die äußeren Schichten dieser Körner mit FeO angereichert hat. (2.8)

Auch die differenzierten Meteoriten lassen auf hohe Temperaturen schließen. Die Widmannstättischen Figuren in Eisenmeteoriten sind nur zu erklären, wenn sich ein Körper über mehrere 10 Millionen Jahre nahe dem Schmelzpunkt hält . (7.10)

Zudem weisen diese Meteoriten Remaglypte auf, die nur durch die turbulente Bewegung heißer Gasmassen erklärbar sind. (15.2)

Der Temperaturgeber kommt demnach auch hier von außen. Um nun eine einheitliche Lösung für die erforderlichen Temperaturen aller unterschiedlichen Arten der Meteoriten zu erhalten, kann ein Temperaturgeber nur von außen kommen. Das schließt die undifferenzierten Meteoriten ein.

In den Kometen, die sich auf den unterschiedlichsten und auch sehr großen Bahnen um die Sonne bewegen, findet man ebenfalls Olivinkörner. Olivinkörner können nur in der Nähe des Sterns entstehen. Kometen sind demnach auch Körper, die aufgrund ihrer inneren Zusammensetzung einen Hinweis liefern, dass sie in der Nähe des Sterns entstanden sind.

Originalabbildung von Volkhard Radtke


Tabelle 1: Wärmefluss von Körpern im Sonnensystem (19.13)

Alle größeren Körper im Sonnensystem haben eine Wärmequelle und damit einem Wärmefluss. Sie geben mehr Wärme ab als sie bekommen. Zudem weisen Monde, wie Miranda Strukturen auf, die ehemals von einer hohen Temperatur während der Entstehung sprechen. Besonders deutlich wird der Wärmefluss bei Jupiter, da er so viel Wärme abstrahlt, dass sie nicht mehr durch das Absinken schwerer Elemente in den Kern oder durch den radioaktiven Zerfall erklärbar ist. (19.12)

Wenn wir nach einer Lösung für die gesamte Problematik des Temperaturgebers suchen, kommt meiner Auffassung nach nur die Sonne als Träger dieser Temperatur in Frage. Damit müssten alle Körper, hier schließe ich die Ringe und das Kleinmondsystem der Gasplaneten aus, in der Nähe der Sonne entstanden sein.