Planeten und Sterne
2.8.2 Größe der Körper beim Durchdringen der Akkretionsscheibe
Beim ersten Durchdringen der Gasscheibe haben wir neben der Inklination und der Rotation auch eine spezifische Masse und damit auch eine spezifische Größe. Hier könnte man auch von einer Mindestgröße sprechen, die ein Körper braucht, um die Gasscheibe zu durchdringen.
Um sich ein Maß der Größe vorzustellen, die notwendig war die Strömung dieser Gasscheibe zu durchdringen, muss man ein Phänomen im Asteroidengürtel betrachten. In diesem Gürtel fehlen Körper bestimmter Größe.
Man fand in 99% der Fälle Körper mit 100 km Durchmesser. Von Körpern mit 10 Kilometern Durchmesser hat man ungefähr die Hälfte aller vorhandenen Körper gefunden. Es ist jedoch so, dass bei den Körpern bis zu einem Kilometer Durchmesser nur wenige Objekte gefunden wurden, obwohl es davon etwa eine Million geben müsste. (20.1)
Die Ursache könnte gewesen sein, dass diese kleineren Körper es nicht geschafft haben diese Strömung zu durchdringen und in die Sonne gestürzt sind. Wir hätten es demnach mit einer Mindestgröße zu tun, die erforderlich ist, um als Körper zu bestehen.
Den gleichen Hinweis haben wir auch bei den Kometen. Auch sie weisen eine Mindestgröße von ca. 1 Kilometern Durchmesser auf. (30.6)
Diese Mindestgröße ist abhängig von der Dichte des Körpers. Die Kraft der Reibung wirkt auf seine Oberfläche. Da ein Körper geringerer Dichte bei einer bestimmten Masse eine größere Oberfläche vorweist, als ein Körper höherer Dichte, benötigt er mehr Masse, um dieser konstanten Reibungskraft etwas entgegenzusetzen. Daher muss er mehr Masse sammeln, um die Strömung der Gasscheibe zu durchdringen.
Somit haben die Eisenkörper beim ersten Durchdringen der Gasscheibe eine geringere Masse als die Gesteinskörper. Die Masse der Körper nimmt mit abnehmender Dichte bei der Erstdurchdringung zu. Die Mindestgröße ist auch abhängig von der Rotation der Gasscheibe, die einen Stern umgibt. Massenreiche Sterne haben sehr hohe Rotationen.
Zwangsläufig hatte damit auch ihre Gasscheibe eine größere Abplattung. Damit entstehen von vornherein größere Körper beim ersten Durchdringen der Gasscheibe. Diese Körper haben auf der einen Seite durch die höhere Rotation der Gasscheibe eine größere Abdrift. Da sie aber von vorne herein größer werden, wird auf der anderen Seite auch die Abdrift kleiner.
Wenn sich bei heißen und schnell rotierenden Sternen Körper zu Planeten oder zu Sternen entwickeln, werden damit die Abstände der Doppelsterne nicht größer. Die Gasscheibe reguliert demnach die Abdrift der Körper.