Radtke VerlagVolkhard Radtke · Bochum
Planeten und Sterne

2.5.4 Trennung der Substanzen, Inklination und Rotation

2.5.4 Trennung der Substanzen, Inklination und Rotation

Damit nun Substanzen kondensieren, brauchen sie nicht nur eine spezielle Temperatur, sondern eine spezifische Dichte des Gases. In der Gasscheibe herrscht in einem bestimmten Abstand vom Stern eine bestimmte Temperatur und Gasdichte und die Geschwindigkeit nimmt zur Ekliptik hin zu. Die Kondensation findet daher am ehesten in der Nähe der Ekliptik statt. Dort bilden sich die meisten Tropfen. Sicher bilden sich auch in größeren Abständen Tropfen, aber in geringerer Zahl.

Sobald Tropfen entstehen, haben wir es mit zwei Geschwindigkeitsvektor zu tun. Der eine weist direkt zum Stern, der zweite entspricht der Geschwindigkeit des Gases. Hier kommt aber noch die dritte Bewegungskomponente dazu. Die Tropfen bewegen ich aus der starken Strömung in der Nähe der Ekliptik heraus. Es ist in diesem Sinne keine Auftriebskraft. Es ist eine Bewegung, die durch Reibung bedingt den Weg des geringsten Widerstandes sucht.

Die Tropfen bewegen sich damit von der Ekliptik weg in Regionen geringerer Gasdichte oberhalb und unterhalb der Ekliptik. Hier werden Tropfen gleicher Art in zwei Bereiche geteilt. Dieser Reibungswiderstand tritt ein, wenn die Tropfen entsteht und durch den freien Fall eine Eigenbewegung gegenüber dem Gasstrom entwickeln. Diese Reibungskraft wird mit der Beschleunigung immer größer. Der Tropfen beschleunigt so lange, bis die Reibungskraft so groß wird, wie die Anziehungskraft. Je geringer die Dichte eines Tropfens ist, umso größer ist die Reibungskraft, die auf seine Oberfläche wirkt. Der Tropfen aus Eisen hätte im ersten Vektor eine höhere Geschwindigkeit erreicht als der Tropfen aus Gestein. Nachdem beide die Beschleunigungsphase hinter sich haben, ist die resultierende Geschwindigkeit beider Vektoren beim Eisen höher als beim Gestein. Bevor die Tropfen aus dem dichten Gas der Gasscheibe auftauchen, haben Eisen- und Gesteinstropfen schon unterschiedliche Geschwindigkeiten.

Das Trennungsverfahren beginnt demnach schon in dieser ersten Phase. Entfernen sich nun die Tropfen von der Ekliptik, nimmt der Geschwindigkeitsvektor der direkt zum Stern führt zu. Da Eisentropfen die höhere resultierende Geschwindigkeit haben, erreichen sie eher die Bahngeschwindigkeit als Gestein.

Ist diese Geschwindigkeit erreicht, werden sie sich nicht weiter von der Ekliptik entfernen. Körper höherer Dichte nehmen dadurch einen geringeren Abstand zur Ekliptik ein als geringerer Dichte. So trennen sich demnach Eisen und Gestein. Mit abnehmender Dichte erreicht ein Körper einen größeren Abstand zur Ekliptik. Dieser Abstand bestimmt seine Inklination. Deswegen haben Kometen eine so hohe Inklination.

Die Dichte eines Körpers verhält sich damit umgekehrt proportional zu seiner Inklination. Diese Trennung innerhalb des Gasstroms erklärt auch, warum schon in der frühesten Phase der Körperentstehung, also bei den Chondren, eine getrennte Entwicklung nach der Dichte möglich ist, aber auch, wie bei Eisen und Gestein Mischformen entstehen.

Zudem werden Chondren überhaupt erklärt. Sie sind aufsteigende tropfen aus der Gasscheibe. In der weiteren Entwicklung werden die Körper und speziell der Planet einmal viel größer und erreichen über die eigene Gravitation eine sehr hohe Dichte. Diese Dichte ist immer auf die Inklination ausgerichtet. Je größer die Masse des Planeten, umso kleiner ist auch seine Inklination.