Planeten und Sterne
2.9.10 Größe der Mondpaare untereinander
Die zusammengehörigen Mondpaare weisen unterschiedliche Größen und Masse auf. Mit zunehmender Masse hat der erste Mond die Fähigkeit Körper aus einem anderen Winkel in seine Umlaufbahn zu lenken und einzufangen. Das sind demnach Körper die „von dieser anderen Seite“ kommen und die der zweite Mond einfangen würde. Sie haben diesen anderen Winkel. Diese Winkelabweichung entspricht der doppelten Inklination des Körpers.
Damit dieser Einfang gelingt, bedarf es einer gewissen Gravitation. Mondpaare bis 500 Kilometer Radius haben eine zu geringe Gravitation. Diese Fähigkeit setzt erst bei den Monden ein, die über 750 Kilometer Radius haben. Hier ist die Gravitation groß genug, und damit ist der erste Körper des jeweiligen Paares in der Lage kleinere Körper der Gegenseite aufzunehmen. Das bezieht sich auf das letzte Stück der Wanderschaft bis zum Einfang durch den Planeten.
Bei den Jupitermonden ist es so, dass dieser Prozess früher einsetzt. Da diese Körper außer Callisto einen eigenen Eisenkern besitzen, können sie wesentlich mehr Masse sammeln. Bei dieser Entwicklung habe ich schon beschrieben, dass die Körper mit Eisenkern erst eine geringe Inklination besitzen und dann durch die Aufnahme von Gesteinskörpern ihre Inklination ändern.
(Die Werte ändern sich übrigens einer Inklination um 11° zu einer Inklination von 17,5°.)
In diesem Bereich schneiden sie die Entwicklung der E-Klasse ab. Damit haben sie in dieser Phase einen sehr raschen Gewinn an Gesteinskörpern größerer Art. In dieser Phase setzt im gleichen Zuge eine beträchtliche Gravitation ein. Damit gelingt es zum Beispiel einem Körper wie Io, in beträchtlichem Maße, Masse der E-Klasse von „dieser anderen Seite“ einzufangen und an Masse zu gewinnen.
In der Phase, als seine Gravitation eine Rolle zu spielen beginnt, ist das von hoher Bedeutung, denn in der darauf folgenden Phase wird er aufgrund der größeren Gravitation leichter Masse gewinnen. Der Verlierer ist auf diese Weise Europa. Ihm fehlen Körper der E-Klasse und damit verzögert sich das Wirken seiner Gravitation in seiner mittleren Entwicklungsphase. Das wirft ihn in seiner gesamten Entwicklung sehr weit zurück. Bevor er eingefangen wird, hat er wesentlich weniger Masse einfangen können.
Dieser Fa ll bezieht sich nicht nur auf Io und Europa, sondern auch auf Erde und Mond. Hier kommt noch hinzu, dass die Erde nach dem Einfang des Mondes noch einmal an Masse gewinnt, weil sie das Massenzentrum des Doppelsystems sehr schnell in sich trägt und damit alle weiteren Massen an sich bindet.
Auch bei Jupiter und Titan wird das gleiche eingetreten sein, wie bei den späteren Körpern. Titan war größer als Jupiter und besaß auch die größere Dichte. Deswegen konnte er als äußerster Körper dieser Reihe bei der Sonnenkrise auch eher Gase aufnahmen und eilt dem Jupitersystem davon.